Dahlenheim, Weinort besonderer Art

Bereits seit 1780 wird von der Familie Pfister auf dem Terroir von Dahlenheim - eine 20 km von Straßburg entfernte Gemeinde - Wein angebaut.

Die Sonne, so sagt man, geht in Dahlenheim auf und klebt bis zu ihrem Untergang hoch am Himmel. Dies ist natürlich eine Anspielung auf die Lage des Weinbergs, der sich am Südhang des Scharrachberges erstreckt. Durch den Berg vor heftigem Wind und Regen geschützt, kommt das Dorf in den Genuss besonders vieler Sonnentage. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass der Weinbau hier eine lange Tradition hat und bereits im Jahr 884 urkundlich erwähnt wird. Zu dieser Zeit befand sich Dahlenheim im Besitz der Abtei Saint-Michel de Honau, die den örtlichen Leibeigenen die steilen Rebflächen des Scharrach verpachtete, darunter auch den Engelberg, dessen Lage 1985 als Grand Cru klassifiziert wurde.

Die mittelalterliche Blütezeit

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts hat das Grosse Kapitel von Straßburg die Führung der Abtei von Honau übernommen und sich damit auch deren Liegenschaften angeeignet. Die Großwürdenträger benutzten die Ländereien und die Bewohner als Garantie für Anleihen, die sie bei wohlhabenden Familien machten. So kam es dazu, dass die Hälfte des Dorfes und der Leibeigenen an die Familie Fénétrange – welche im Bistum auch andere Ämter inne hatte – verpfändet wurde.

Auf diese Weise wurde Dahlenheim regelrecht zum Weinkeller der kirchlichen Einrichtungen von Straßburg: der Fürstbischof von Straßburg ebenso wie die Abtei Saint-Etienne (1364) beziehen vom Ort einen Weinzehent, während die Abtei von Neuburg (1177), das Kapitel Saint-Thomas von Straßburg (1229) und das Kapitel Saint-Pierre-Le-Jeune (1303) dort eigene Weinberge besitzen.

Die Qualität der Weine von Dahlenheim

Die religiösen Institutionen bedurften einer großen Menge Wein für ihr kirchliches Zeremoniell, aber auch für ihren täglichen Bedarf.Das große Interesse an den Weingütern von Dahlenheim rührte sicherlich von der hervorragenden Qualität der dort produzierten Weine her.
In der Tat haben die Mönche, die als fromme Pilger unaufhörlich auf Reisen gingen, neue Rebsorten nach Dahlenheim gebracht und so konnte hier - erstmals in der elsässischen Weingeschichte - edler Wein, vinum nobile, gekeltert werden. So ist belegt, dass die Abtei von Honau im Jahr 1255 einen Weinkeller - den "Mönchhof" - besaß, der von zwei Rittern mit edlen Weinen, nobilis vini, beliefert werden musste.

Etwas später, im 16. Jahrhundert, enthält eine Serie von steuerlichen Dokumenten gesammelte Hinweise auf die damalige Bodenwidmung. Aus einer Zehentforderung aus dem Jahr 1534 geht hervor, dass neben dem Engelberg auch auf dem Silberberg - eine Lage, die gerade klassifiziert wird - Wein angebaut wurde.

Schließen wir hier mit einigen statistischen Daten, die den Rückgang der Rebflächen nach den Kriegszeiten veranschaulichen sollen :

  • 160 ha im Jahr 1687

  • 150 ha im Jahr 1893 : Dahlenheim steht zu diesem Zeitpunkt - was die Ausdehnung seiner Rebflächen betrifft - an 48. Stelle

  • 141 ha im Jahr 1898

  • 42 ha im Jahr 1955

  • 121 ha im Jahr 2006